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Gefahren in Haus und Garten: Vergiftungen bei Kindern – vorbeugen, erkennen und handeln


Rund 120.000 Kinder vergiften sich jährlich in Deutschland. Sechs von zehn Fällen betreffen Kinder unter drei Jahren. Vor neugierigen Kindern ist kaum etwas sicher: Während der Sprössling auf der Wiese im Garten mit den kunterbunten Bauklötzen spielt, wachsen nur wenige Meter weiter ebenso interessante, leuchtend bunte Pflanzen. Gefährlich wird es, wenn es sich bei den schönen Blümchen um Fingerhut, Maiglöckchen oder andere giftige Gewächse handelt. Doch auch ungiftige Pflanzen können Kindern gefährlich werden, wenn sie mit Schädlingsbekämpfungs- oder Düngemitteln behandelt wurden.

Vergiftungsgefahren im Haushalt

Wer seinen Garten bepflanzt, sollte sich im Vorhinein genau darüber informieren, welche Pflanzen für Kinder und unbedenklich sind – dabei lohnt auch ein Gedanke an die Haustiere. Auf alle anderen Gewächse sollten Hobbygärtner*innen am besten verzichten. Dasselbe gilt für bereits vorhandene Pflanzen oder wild wachsende Pilze wie den giftigen, braun-weißen Pantherpilz mit seinem weiß-gepunkteten Hütchen. Mindestens genauso viele Gefahren lauern im Haus: „Unter anderem stellen bunte Tabletten und Reinigungsmittel in Kinderaugen schmackhafte Bonbons und Getränke dar“, weiß Christian Müller, Leiter des Vertriebszentrums und Gesundheitsexperte der Barmenia Versicherungen Nürnberg. „Deshalb sollten diese immer in gut verschlossenen Schränken außerhalb der Reichweite der Kleinen aufbewahrt werden.“

Im Notfall richtig handeln

Hat das Kind bereits eine giftige Substanz oder Teile einer Giftpflanze zu sich genommen, sollten die betreuenden Erwachsenen eventuelle Reste aus dem Mund des Kindes sofort entfernen. Da viele Vergiftungen anfangs symptomfrei verlaufen und Betroffene erst bis zu 24 Stunden später Auffälligkeiten zeigen, sollte in jedem Verdachtsfall der Rettungsdienst kontaktiert werden. Der Giftnotruf gibt zusätzlich Anweisungen zum Handeln im Notfall. Eltern sind deshalb gut beraten, sich die Rufnummer der regionalen Giftnotrufzentrale vorsorglich im Telefon abzuspeichern.

Wird die Vergiftung nicht direkt bemerkt, können plötzliches Unwohlsein, starke Bauchschmerzen, ungewohnte Müdigkeit und unerklärliches Erbrechen darauf hinweisen, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt. In schweren Fällen gehen die Symptome bis zur Bewusstlosigkeit oder dem Stillstand des Herz-Kreislaufs. Daher ist es wichtig, vorab zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist. „Nur durch eine richtige Erstversorgung können Eltern oder andere Erwachsene einem betroffenen Kind Schmerzen und Folgeschäden ersparen und die Zeit bis zur Behandlung durch den Arzt oder Notfallsanitäter überbrücken“, sagt Müller. In sogenannten Kinder-Erste-Hilfe-Kursen können Eltern sich auf solche Fälle vorbereiten lassen.