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Abschied nehmen und einen Neuanfang machen

Irgendwann in seinem Leben, trauert jeder Mensch bewusst oder unbewusst um "nicht gelebtes Leben" Auslöser dafür sind Abschiedserlebnisse, die uns mit dem Tod eines nahestehenden Menschen konfrontieren. Aber genauso können auch Gefühle von Trauer auftreten, beim Verlust von Gesundheit, von Heimat, Jugend und Lebenszielen, wie auch beim Scheitern von Partnerschaften.

 

Trauer ist eine "natürliche" Reaktion auf Verlust und Abschiedssituationen und bedeutet Arbeit für die Seele. Von den 4 Grundemotionen, über die der Mensch verfügt (Freude, Wut, Angst, Trauer) wird speziell das Gefühl der Trauer oft lieblos behandelt und nicht vor anderen gezeigt und gelebt. Der Grund für die "geheim gehaltenen" Trauergefühle liegt manchmal in der Angst vor Rückzug des Familien- und Freundeskreises, der Angst die Arbeit zu verlieren und sogar moralisch als "nicht gläubig" verurteilt zu werden.


Der evolutionäre Gedanke des Auftretens von Emotionen hat aber schon seinen Sinn. Der Mensch soll dadurch auf die Dringlichkeit der Handlung hingewiesen werden. Handlung = kreatives Tun, als Ausdrucksmöglichkeit! Emotionen sind hochgradig mit körperlichen Empfindungen verbunden und jede nicht ausgedrückte Emotion setzt sich u.a. als Muskelverspannung im Körper fest. So verwundert es auch nicht so sehr, dass nicht ausgedrückte Trauergefühle krank machen können. Trauer ist keine Krankheit, wird jedoch ein Verlusterlebnis ständig verharmlost, kompensiert und schnell versucht wieder so zu funktionieren wie vor dem Erlebnis, erhöht sich das Risiko, dass ein gesunder Mensch krank werden kann.

Depressionen
Die häufigste seelische Erkrankung bei verdrängter Trauer ist eine Depression. Tritt solch eine psychische Störung nach vielen kleinen und großen Abschieden im Leben auf, braucht es in der Regel viel Zeit und Entwicklung die nicht verarbeiteten Erlebnisse anzuschauen und alte Wunden heilen zu lassen. 

Neben der gesprächstherapeutischen Arbeit hat sich die Methode der Biographieberatung als sehr hilfreich erwiesen. Mit entsprechenden Aufzeichnungen die eigene Lebensgeschichte mit den Abschieden und Neuanfängen zu Papier zu bringen und sich damit auseinanderzusetzten, ist ein Weg zur inneren Besinnung. Es hilft, der Trauer eine Form zu geben. So wird dieses Lebensgefühl bewusster, transparenter, sichtbar und fassbar. Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen menschlichen Reifungsprozess anzuregen und den Trauerschmerz fließen zu lassen. Durch anschließende Ritualarbeit ist es gut möglich, der Trauer im Herzen einen Platz zu geben und sie ins Leben zu integrieren.

 

 

Seelsorgetelefon

 

Die Telefonseelsorge ist ein Beratungs- und Seelsorgeangebot der evangelischen und katholischen Kirche (weitere Informationen finden Sie unter www.telefonseelsorge.de). Unter den folgenden Rufnummern können Sie 24 Stunden täglich mit ausgebildeten und erfahrenden Seelsorgern sprechen - anonym, vertraulich, gebührenfrei.


Bundesweite Telefonseelsorge

 

Tel. 0800 - 111 - 0 - 111*
Tel. 0800 - 111 - 0 - 222*

 

* Diese Rufnummern gelten nur für Anrufe innerhalb Deutschlands. Bei Anrufen mit einem Mobiltelefon in grenznahen Bereichen kann es vorkommen, dass sich das Handy in ein ausländisches Netz einloggt und die Telefonseelsorge so nicht erreichbar ist.

 

 

Seelsorgeangebote via E-Mail

 

Die evangelische und katholische Kirche bieten über www.telefonseelsorge.de auch die Möglichkeit, via E-Mail in Kontakt zu treten. Eine persönliche Antwort erhalten Sie in der Regel innerhalb von drei Tagen. An Wochenenden oder bei technischen Problemen kann sich dieser Zeitraum auch einmal verlängern. Die Antwort auf Ihre Anfrage erhalten Sie direkt von Ihrer Beraterin/Ihrem Berater. Alle nachfolgenden Mails beantwortet immer die gleiche Mitarbeiterin/der gleiche Mitarbeiter.

 

 

Internetangebote

 

Es gibt eine Vielzahl von hilfreichen Internetangeboten für Trauernde. Wir haben nachfolgend für Sie eine kleine Themenauswahl zusammengestellt.

 

 

Tod eines Kindes

 

Eine Seite für Eltern, die durch eine Fehlgeburt, Totgeburt, medizinisch indizierten Abbruch, eine Frühgeburt, durch Krankheit, oder während oder kurz nach der Geburt oder durch den plötzlichen Säuglingstod ihr Kind verloren haben.

Schmetterlingskinder: http://www.schmetterlingskinder.de/

 

Homepage für Eltern, die ihr Kind durch eine Fehlgeburt, Totgeburt, medizinisch indizierten Abbruch, Frühgeburt, während oder kurz nach der Geburt verloren haben.

Engelskinder: http://www.engelskinder.ch/

 

Für Eltern, die ihr Baby durch Fehlgeburt, Totgeburt, Frühgeburt, medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruch oder im ersten Lebensjahr nach der Geburt verloren haben.

Muschel: http://www.muschel.net/

 

Hilfe nach dem Verlust eines Kindes von Anbeginn der Schwangerschaft bis zum vollendeten dritten Lebensjahr.

Maximilian-Projekt: http://www.maximilianprojekt.com/

 

Der Verein bietet Hilfe für trauernde Mütter, Väter, Geschwister, Großeltern und Menschen, die sie begleiten möchten.

Der Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V.: http://www.veid.de/

 

Bietet Hilfe für verwaiste Eltern und Geschwister, um die Trauer über den Verlust eines Kindes zu teilen und untereinander Kontakt aufzunehmen, um Trost zu spenden, Erfahrungen auszutauschen und die Tabuisierung des Themas Tod zu überwinden.

Selbsthilfe-Initiative und Verein verwaister Eltern "Leben ohne Dich" e.V. – Leben ohne Dich: http://www.leben-ohne-dich.de/

 

 

Trauernde Kinder

 

Bietet Kindern und Jugendlichen, die um einen verstorbenen Menschen trauern, einen geschützten Raum für ihren individuellen Trauerweg an. Auf dem Weg begleiten Pädagogen, Psychologen und geschulte Freiwillige die Kinder und Jugendlichen.

Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e. V.: http://www.trauernde-kinder.de/

 

 

Suizid

 

Die bundesweite Selbsthilfeorganisation für Trauernde, die einen nahe stehenden Menschen durch Suizid verloren haben.

AGUS - Angehörige um Suizid e.V.: http://www.agus-selbsthilfe.de/

 

 

Verlust eines Lebens-/Ehepartners

 

Der Verein will verwitweten Müttern und Vätern bzw. verwaisten Kindern und Jugendlichen Lebenshilfe in allen Lebenslagen geben. Er unterstützt und fördert Einrichtungen und Maßnahmen, die eine Lebenshilfe für verwitwete Mütter und Väter darstellen.

Verwitwet.de e.V.: http://www.verwitwet.de

 

Wenn Sie ihren Partner oder ihre Partnerin verloren haben und Sie ihrem Verlust Ausdruck geben möchten, bietet die geleitete Trauer-(Gesprächs-)gruppe des Hospitzvereins Hof dafür eine Möglichkeit.
Hospitzverein Hof e.V.: www.hospizverein-hof.de


 

Beratungsstellen

 

Birgit Töbelmann
Heilpraktikerin
beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie
Trauerbegleiterin & Freie Trauerrednerin
Meierkamp 23 · 27337 Blender · Tel.: 04233 -94 20 94
www.therapie-beratung-online.de


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