„Einmal Hölle und zurück“ - Yvonne Kuhnlein fährt bei der Salzkammer Trophy auf der Extremstrecke auf Platz 2

„Einmal Hölle und zurück“ – beim härtesten MTB Marathon Europas – der „Salzkammergut Trophy“, überzeugten Yvonne und Uwe Kuhnlein auf der MTB-Extremstrecke. Beide starten für den RVC Trieb

„Einmal Hölle und zurück“ – beim härtesten MTB Marathon Europas – der „Salzkammergut Trophy“, überzeugten Yvonne und Uwe Kuhnlein auf der MTB-Extremstrecke. Beide starten für den RVC Trieb

Mit einer beeindruckenden Leistung hat sich Yvonne Kuhnlein bei der Salzkammergut Trophy auf der legendären A-Strecke den zweiten Gesamtrang der Damen gesichert. Die Extremdistanz über rund 204 Kilometer und 7.020 Höhenmeter zählt zu den härtesten Mountainbike-Marathons Europas und verlangt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern alles ab. Bereits um 5 Uhr morgens starten die fast 600 Athletinnen und Athleten in Bad Goisern zur Herausforderung „Einmal Hölle und zurück“. Die Strecke führt über Forstwege, Schotterpisten und anspruchsvolle Trailabschnitte durch die Bergwelt des Salzkammerguts. Neben einer ausgezeichneten Ausdauer sind vor allem fahrtechnisches Können, mentale Stärke und eine perfekte Renneinteilung gefragt. Die Ausfallquote bei dieser Distanz liegt bei rund 30%.

Für Yvonne war die Teilnahme an der Königsdistanz bereits seit zwei Jahren ein großer Traum. Die endgültige Entscheidung fiel im März während eines Trainingslagers auf Mallorca. Mit einer Nachricht an ihren Trainer – „Ich habe mir überlegt, dieses Jahr die A-Strecke bei der Salzkammergut Trophy zu fahren. Meinst du, ich schaffe das?“ – begann die Vorbereitung auf eines der anspruchsvollsten Mountainbike-Rennen Europas. In den folgenden Monaten standen zahlreiche lange Trainingseinheiten, rennspezifische Intervalle und eine abgestimmte Ernährung rund um Training und Wettkampf auf dem Plan. Die Vorbereitung musste dabei mit Beruf und Alltag vereinbart werden – eine große Herausforderung. „Ohne die Unterstützung meiner Familie und meines Umfelds wäre dieser Aufwand nicht möglich gewesen“, betont Yvonne. Dass die Form rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt stimmte, zeigte sich bereits im Frühjahr beim Granit Bike Marathon in Österreich (3. Platz) und Franken Bike Marathons (Siegerin) und so reiste sie mit viel Selbstvertrauen nach Bad Goisern.

Für das Rennen hatte sie gemeinsam mit ihrem Trainer eine klare Strategie ausgearbeitet: kontrolliert starten, die eigenen Leistungswerte einhalten und die Kräfte über die gesamte Distanz optimal einteilen. Während einige Fahrerinnen und Fahrer dem hohen Anfangstempo Tribut zollen mussten, arbeitete sich Yvonne mit jeder Rennstunde weiter nach vorne. Auch ein Gewitter am vorletzten Anstieg konnte sie nicht aus dem Rhythmus bringen. Die Entscheidung fiel schließlich am letzten Anstieg mit rund 550 Höhenmetern. Dort entdeckte sie die bis dahin zweitplatzierte Fahrerin vor sich. Mit den letzten Kraftreserven schloss sie die Lücke, überholte sie und sicherte sich den zweiten Gesamtrang. Die letzten Kilometer zurück nach Bad Goisern konnte sie bewusst genießen – mit dem Wissen, ein für Sie außergewöhnliches Rennen gefahren zu sein.

Nach exakt 12:00:08 Stunden überquerte Yvonne als Gesamtzweite der Damen und Siegerin ihrer Altersklasse die Ziellinie. Damit erfüllte sie sich bei ihrer ersten Teilnahme an der Extremdistanz einen lang gehegten Traum. „Als ich über die Ziellinie gefahren bin und erfahren habe, dass ich wirklich Gesamtzweite geworden bin, konnte ich es kaum glauben. Noch vor wenigen Monaten war das Ziel einfach nur, diese Strecke überhaupt zu schaffen. Dass ich bei meiner Premiere gleich auf dem Podium stehe, macht mich unglaublich stolz“, sagt die Sportlerin sichtlich gerührt. Siegerin wurde Bianca Somavilla mit 11:32:11 und Drittplatzierte war Phila-Moanna Lanner mit 12:10:38, beide aus Österreich. 

Uwe Kuhnlein entschied sich, nachdem er letztes Jahr schon gefinisht hatte, trotzdem nochmals dazu, die Extremstrecke in Angriff zu nehmen. Das Gefühl am Ende über die Ziellinie zu fahren, ist ein einmaliges Erlebnis mit Gänsehaut am ganzen Körper. Die Vorbereitung lief gut, zusammen mit Kerstin Kuhnlein fuhr er zuerst den Stoneman Miriquidi mit 170km und 4700Höhenmeter in Gold und dann noch den Stoneman Taurista in Österreich mit 150km und 4800 Höhenmeter ebenfalls Gold. Doch in der letzten Woche vor dem Rennen ging dann leider alles schief. Es kam zu einem nicht selbst verschuldeten Crash mit einen E-Biker, bei dem er über den Lenker abflog und voll auf die Hüfte knallte. Mitte der Woche mache dann noch der Rücken komplett zu und ohne Schmerzmittel war eine halbwegs normale Bewegung unmöglich. Unter den Umständen zu starten war eigentlich Wahnsinn. Aber Uwe gab nicht auf und der Anfang lief überraschend gut, was sich allerdings nach ca. 80km und 2000 gefahrenen Höhenmeter komplett änderte. Die Kraft war plötzlich weg und komplett am Ende. Wie er anschließend doch noch weitere 120km und fast 5000 Höhenmeter fahren konnte, ging nur über mentale Stärke und die Bereitschaft, seinem Körper über die Grenze hinaus zu fordern. Er schaffte sein Finish mit 204km über 7000 Höhenmeter und war am Ende tatsächlich noch 6 Minuten schneller als letztes Jahr. Unglaublich! Zusammen mit Alexander Bächer (Platz 75 von 400) gelang es Uwe und Yvonne Kuhnlein tatsächlich, erstmalig in der Vereins Geschichte des RVC Trieb in die Teamwertung (3 Fahrer) zu kommen, wo sie mit Platz 12 durchaus überzeugen konnten.

 

(sd) 

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Gesamtsiegerehrung mit dem Markenzeichen der Trophy, dem Teufel. Yvonne Kuhnlein auf Platz 2, Bianca Somaville auf der 1 und Phila-Moanna Lanner auf der 3. Bei den Herren siegten Manuel Pliem (1), Michael Holland (2) und David Schoggl (3)

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Yvonne Kuhnlein auf der anspruchsvollen Extremstrecke

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Uwe Kuhnlein schaffte trotz Verletzungen die Extremstrecke mit 14:19:10 und verbesserte seine Zeit gegenüber 2025 um 6 Minuten.