Bürgerspital Kronach: Historisches Gebäude soll neue Zukunft erhalten
Das Bürgerspital in Kronach ist ein Ort von herausragender historischer und städtebaulicher Bedeutung. Als Eigentum der Spitalstiftung Kronach und unter Verwaltung der Stadt Kronach steht das Gebäude seit Jahrhunderten für soziale Verantwortung und bürgerschaftliches Engagement.
Nun soll das traditionsreiche Gebäude eine neue und nachhaltige Nutzung erhalten. Gemeinsam mit einem Architekturbüro wurde eine Planung zur umfassenden Revitalisierung des Bürgerspitals erarbeitet. Vorgesehen ist insbesondere die Schaffung von barrierefreien Wohnungen. Darüber hinaus sollen zwei rollstuhlgerechte Wohnungen entstehen. Ergänzend sind in untergeordnetem Umfang Büroflächen für Beratungsangebote eines Sozialdienstes vorgesehen.
Die Planungen befinden sich inzwischen auf einem belastbaren Stand. Die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung mit Kostenberechnung) ist abgeschlossen. Nach aktuellem Planungsstand beläuft sich das Investitionsvolumen für die Gesamtmaßnahme auf rund 9,5 Millionen Euro.
„Das Bürgerspital ist ein ganz besonderer Ort in unserer Stadt. Wir wollen diesem historisch bedeutenden Gebäude wieder eine Perspektive geben und gleichzeitig dringend benötigten, barrierefreien Wohnraum schaffen. Damit verbinden wir den Erhalt unseres historischen Erbes mit einer zukunftsorientierten Nutzung“, erklärt Erste Bürgermeisterin Angela Hofmann.
Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück
Die Ursprünge des Bürgerspitals reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit entstanden unter Lamprecht von Brunn, Fürstbischof von Bamberg, zahlreiche Spitaleinrichtungen. Ursprünglich bestand das Kronacher Spital vermutlich aus einer Kapelle und einem Haus für mittellose Reisende.
Das Gebäude wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Nach der Zerstörung durch die Hussiten im Jahr 1430 erfolgte der Wiederaufbau 1462/63. Die Spitalkirche St. Anna wurde zwischen 1464 und 1467 errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Spital 1634 erneut zerstört und in den Jahren 1644/45 wieder aufgebaut.
Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt das Spital maßgeblich in den Jahren 1715 bis 1718. Der Bamberger Hofbaumeister Johann Dientzenhofer baute das Spitalpfründnergebäude um und erweiterte es. Zudem wurden Spitalgebäude und Spitalkirche miteinander verbunden.
Im Jahr 1821 entstand an der Westseite ein weiteres Gebäude, das bis 1954 als städtisches Krankenhaus genutzt wurde. Im Laufe des 20. Jahrhunderts kamen weitere Verbindungsbauten und technische Einrichtungen hinzu. Seit 1882 wurde die Einrichtung durch die Niederbronner Schwestern betreut. Im Jahr 2005 übernahm der Caritasverband für den Landkreis Kronach die Betreuung.
Bis 2014 wurde das Bürgerspital als Seniorenwohn- und Pflegeheim genutzt. Seitdem dient das Gebäude unter anderem als Lager und für kulturelle Zwecke.
Förderung und Finanzierung
Für die geplante Revitalisierung wurden der Spitalstiftung Kronach und der Stadt Kronach von der Regierung von Oberfranken dankenswerterweise Wohnraumförderung bzw. Städtebaufördermittel in Aussicht gestellt.
Für die Spitalstiftung verbleibt dennoch ein erheblicher Eigenanteil. Dieser soll über Kredite sowie Spenden finanziert werden.
„Eine solche Maßnahme ist für die Spitalstiftung und die Stadt Kronach eine große Aufgabe. Gleichzeitig bietet sie die Chance, ein ortsbildprägendes Gebäude langfristig zu erhalten und wieder sinnvoll mit Leben zu füllen“, so Bürgermeisterin Angela Hofmann.
Auch Unternehmen und Privatpersonen sollen die Möglichkeit erhalten, das Projekt gezielt mit einer Spende zu unterstützen. Ein entsprechendes Spendenkonzept soll im Laufe des Herbstes vorgestellt werden.
Mit der geplanten Revitalisierung soll das Bürgerspital dauerhaft erhalten und zugleich einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt werden. Barrierefreier Wohnraum, rollstuhlgerechte Wohnungen und soziale Beratungsangebote sollen dabei künftig mit einem bedeutenden Stück Kronacher Stadtgeschichte verbunden werden.

