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Übernachtungsmöglichkeiten und Radwegenetz-Ausbau als Hauptziele

Die Gemeindeoberhäupter der sechs Rennsteig-Kommunen unterschrieben am Dienstag, 12.06.2018, im Ludwigsstädter Rathaus eine neugefasste Zweckvereinbarung für den Bereich Tourismus. Forciert werden sollen vor allem das Schaffen adäquater Übernachtungsmöglichkeiten sowie ein Ausbau des Radwegenetzes.
 
Ludwigsstadt. Die Kommunen Ludwigsstadt, Reichenbach, Steinbach am Wald, Tettau, Teuschnitz und Tschirn betreiben die gemeinsame Tourismuszentrale „Touristinformation der Fränkischen Rennsteigregion“ mit Sitz im Schiefermuseum Ludwigsstadt. Die organisatorisch in die Stadtverwaltung Ludwigsstadt eingegliederte Zentrale übernimmt in erster Linie die Marketing-Aktivitäten im Bereich Tourismus. Die neugefasste - zum 1. Januar 2018 in Kraft tretende - Zweckvereinbarung ersetzt die bisher geltende aus dem Jahre 2008.

Die Arnikastadt Teuschnitz, das Tropenhaus und das Glasmuseum in Tettau, das Freizeit- und Tourismuszentrum in Steinbach am Wald: Im Tourismus hat sich in den letzten Jahren in der Rennsteig-Region viel getan. „Die bisherige Zweckvereinbarung war nicht mehr zeitgemäß, da sie auf die damaligen touristischen Aktivitäten ausgelegt war“, erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Rennsteig, Tschirns Bürgermeister Peter Klinger. In der neu auf den Weg gebrachten Vereinbarung könne sich jede der beteiligten Kommunen wiederfinden. Diese stellen der Tourismuszentrale zur Erfüllung ihrer Aufgaben ein aufgestocktes Jahres-Budget von 25.000 Euro - bislang waren es 20.000 Euro - zur Verfügung. Getragen wird dieses von der Stadt Ludwigsstadt, der Gemeinde Steinbach/Wald, dem Markt Tettau und der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz zu jeweils 25 % - also 6.250 Euro.  

„Unser oberstes Ziel ist ein neuer Anschub der Tourismuszentrale“, betonte Klinger. Das  Steinbacher Freizeit- und Tourismuszentrum werde Schaufenster der Region; einen Infopunkt werde es in der Arnikastadt Teuschnitz geben. Ein großes Anliegen war es ihm, Manja Hünlein - Leiterin der Touristinformation für die Rennsteigregion im Frankenwald - für ihre bisherige „Superarbeit“ zu danken, wofür dieser 13 Wochenstunden zur Verfügung stehen. Von einer „richtig guten Sache“, die mit dem Verein „Rennsteigregion im Frankenwald“ auf den Weg gebracht wurde, sprach Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler. In den Kommunen sei vieles am Laufen - so beispielweise jüngst die Bemühungen seines Tettauer Amtskollegens Peter Ebertsch um einen Wanderweg bis Thüringen. Auch in Sachen Attraktivierung des Windheimer Ölschnitzsees werde sich vieles tun, kündigte Löffler an. Im Tagestourismus sei man sehr gut aufgestellt. Um Besucher länger hier zu halten, bedürfe es adäquater Übernachtungsmöglichkeiten. „Es hakt an der Quantität und Qualität der Gastgeber“, verdeutlichte Bürgermeister Timo Ehrhardt, der auf die Revitalisierung der Jahns-Bräu mit dem Ziel eines neuen Jahnshofes mit Brauerei, Hotellerie und Brauereigaststätte verwies. Man solle auf den Weg Gebrachtes - wie eben das Jahns-Bräu-Projekt - stärken und vollenden, bevor man Neues angehe, schlug Ebertsch in die gleiche Kerbe. Sicher zeigte er sich, dass ein Tropenhaus auf Dauer ohne Übernachtungsgäste nicht funktioniere. Für eine gemeinsame Vermarktung regte er beispielsweise auffällig gestaltete gemeindeübergreifende Wegweiser an.
 
Gute Perspektiven sahen die Bürgermeisterinnen Karin Ritter aus Reichenbach und Gabriele Weber aus Teuschnitz. Ritter verwies auf das von der Gemeinde erworbene Gebäude Rennsteigstraße 16, in dem Übernachtungsmöglichkeiten entstehen sollen. Vorstellbar wäre ein großer Saal als Gemeinschaftsunterkunft sowie Doppelzimmer. Auch im „Schwarzen Kreuz“ in Teuschnitz sollen Übernachtungsmöglichkeiten verschiedener Art entstehen, verdeutlichte Weber. Die Teuschnitzer Bürgermeisterin würdigte die Marketingaktivitäten als erstes in dieser Form erfolgendes gemeindeübergreifendes Projekt. „Darauf können wir sehr stolz sein“, meinte sie. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit der Industrie sowie der Initiative „Handwerk und Kultur erleben!“. Dieser sich hervorragend ergänzende Zusammenschluss der drei Bereiche sei außergewöhnlich. Dem schloss sich Thomas Luger, Vorsitzender des Vereins „Rennsteigregion im Frankenwald“, an. Glücklicherweise seien sich die Verantwortlichen in den Kommunen einig und könnten miteinander. Als äußerst wichtig erachtete er das Jahns-Bräu-Projekt mit seiner entstehenden Hotellerie und Gastronomie. Eine  Besonderheit sah er darin, dass eine Industrieregion wie der Frankenwald vom Grundverhalten her nicht unbedingt auf Tourismus ausgelegt sei. Hier touristische Einheiten zu schaffen, stelle eine Herausforderung dar. Bisherige auf den Weg gebrachte Initiativen - wie jüngst die gemeinsame Währung „Rennsteig-Taler“ - würden sehr gut angenommen.
 
Eine weitere vordringliche Aufgabe sah man im Ausbau des Radwegenetzes. Klinger sprach sich für einen Radweg nach Brennersgrün aus, um über Thüringen nach Steinbach zu gelangen. Der große Vorteil dabei sei, dass es - im Vergleich zu einem Radweg Tschirn nach Teuschnitz - keine allzu großen Steigungen gebe. Aus dem gleichen Grund erachtete Gabriele Weber einen Radweg von Gifting über Wickendorf nach Reichenbach als wichtig. Wie Klinger abschließend betonte, sei das gemeinsame Marketing ein ständiger Prozess, bei dem man nie am Ende sei. Erfreulicherweise gehe schon bald ein weiterer Baustein seiner Vollendung entgegen. So wird im Juli die neue gemeinsame Homepage vorgestellt.
 
Text: hs

 

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